AKTIVITÄTEN

© Musée Guimet, H. Vassal

DER BERUF

Bis in die 70iger Jahre galt die Registrarfunktion nicht als eigenständiger Beruf, konnte sich aber dann sehr schnell, durch neue Begleitumstände begünstigt, von anderen Berufsaktivitäten absondern und selbst behaupten.

Presa in conto della nozione di logistica applicata alla gestione delle collezioni e delle esposizioni, entità dei movimenti d’opere d’arte sempre più importante, presa in conto della conservazione preventiva a partire dall'inizio degli anni 80.

© C. Biro, Musée du Louvre,
Marc Nolibé

Besonders trugen dazu bei der neue Begriff der Logistik in der Verwaltung der Sammlungen und Ausstellungen, der steigende Umfang der Kunstwerkbewegungen, und die schrittweise Integrierung der Präventivkonservation ab Anfang der 80iger Jahre, Neuerungen, die schliesslich zur tatsächlichen Professionalisierung dieses neuen Berufszweigs führten.

Es kann nicht als Zufall angesehen werden, dass die erste strukturierte und als solche definierte Abteilung für Kunstwerkregie in Frankreich anlässlich der Eröffnung des Centre Georges Pompidou (Beaubourg) im Jahre 1977 und des Musée d’Orsay 1986 eingerichtet wurde, begünstigt durch die Dynamik dieser neu geschaffenen Kunstwerkzentren.

Zu Beginn der 80iger Jahre entwickeln sich somit die sog. „Régies“, in die die vorher bestehenden Abteilungen für Dokumentation und « Kunstwerkbewegungen » übernommen werden. Einige dieser neu geschaffenen Abteilungen sind speziell für Kunstsammlungen und Ausstellungen zuständig, andere haben eine weitergreifende Zuständigkeit. Mit der Zeit bildet sich ein neues Gleichgewicht heraus zwischen den Einzelzuständigkeiten (Konservator, Dokumentalist, Restaurator, Techniker usw.), das die jeweilige Kompetenz und auch die Geschichte der Institutionen berücksichtigt.

Mitte der 80iger Jahre erfährt die Registrarfunktion ihre eigentliche Professionalisierung, und spezifische Registrarposten werden in ganz Frankreich in den wichtigen Kunstinstitutionen eingerichtet, in örtlichen oder staatlichen Museen : Louvre, Arts Decoratifs, Musées d’art moderne de la Ville de Paris, in grossen Regionalmuseen : Grenoble, Saint-Etienne, Marseille, Villeneuve-d’Ascq, Lille, Strasbourg, Toulouse, Amiens usw., in den regionalen Fonds FRAC und anderen Kunstzentren.

Der Registrar wird mehr und mehr zur Referenz für ein spezifisches Fachwissen, das er teilweise aus der angelsächsischen Funktion des „Registrars“ ableitet. Sehr häufig werden die Kenntnisse und Erfahrungen im Kontakt mit bestehenden Registrars, mit Transportgesellschaften, Restauratoren, Künstlern usw. gesammelt.

Der Reifeprozess in den Jahren 80 und 90 führt zu Bereicherung des Berufs durch Kenntnisse und selbst entwickeltes Fachwissen und so streben die Registrars ab Mitte der 90iger Jahre zur Vereinigung in Berufsverbänden.

Ziel ist die « Festigung der beruflichen Identität ihrer Mitglieder, die Förderung ihrer Kompetenzen und das Bestreben, auf nationaler und internationaler Ebene diesen Berufszweig besser bekannt zu machen ».

Die Registrars sind sich heute ihrer gemeinsamen Identität bewusst, was sich sehr symbolisch in der Organisation der Zweiten Europäischen Registrarkonferenz in Paris am 14. u. 15. November 2000 ausdrückte.

Gleichzeitig erfährt der Beruf durch diese Aktivitäten eine gewisse institutionelle Anerkennung der Funktion des Registrars, allerdings mit recht zögernder Anerkennung als echter spezifischer „Beruf“.